Im Urlaub gelesen 1: Nationaler Aufbruch gegen Erdbeben (Türkei)

Wenn ich im Urlaub Zeitung lese, bin ich meistens ein paar Tage hinterher. Aber gerade auch die älteren Zeitungen haben es in sich. Da will die Türkei 40 Millionen Wohnungen gegen Erdbeben sicher machen. Zentral gesteuert. Als große nationale Anstrengung.

Mit einem epochalem Regierungsprogramm. Das klingt doch toll. Nach Handlungsfähigkeit. Endlich kommt da jemand und macht etwas. Der große Aufbruch – die moderne Türkei auf ihrem Weg in die Zukunft. Da leuchtet doch ein, dass man bei so einem nationalen Projekt natürlich keine Rücksicht auf die Bewohner nehmen kann, wenn es denn gelingen soll.

Der Bericht klingt so ein wenig nach China. Ich glaube an solche Programme nicht. Sie bewirken zu viel Frust. Es gibt ab und zu ein paar kleine (Anfangs-)Erfolge, aber am Schluss steht doch fast immer das Scheitern.  Zu viele negative Beispiele solcher Mega-Projekte finden wir in Staaten und Gesellschaftssystemen. Meistens hinterlassen sie mehr Ruinen und Trümmer als Verbesserungen.

Profitieren werden genau die selben Unternehmen, die vorher an den Schrottbauten verdient haben. Viel Geld wird auch sonst verbrannt werden. Und am Schluss verpufft vieles und das Erreichte bleibt sehr bescheiden. Trotzdem macht es sicherlich Sinn, Gebäude erdbebensicher zu machen. Was wäre denn die Alternative?

Selbst bei so gewichtigen Themen würde ich Aufklärungsarbeit durch eine transparente Informations- und Kommunikationspolitk bevorzugen. Mit dem Ziel einer gesellschaftlichen Bewusstseinsänderung und dem Schaffen einer Aufbruchstimmung die zu vielen lokalen Initiativen führt. Das wäre dann wahrscheinlich billiger und vor allem nachhaltiger.

RMD

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