Anderes China (II)

Blick nach links aus unserem Hotel (52 F) auf Shanghai

🙂 Mittlerweile bin ich in Shanghai im Le Royal MĂ©ridien Shanghai in 789 Nanjing Road East, Shanghai in einer wunderbaren Suite. Es ist wohl das schönste Hotel auf unserer Reise. Deshalb auch hier wieder der Blick aus unserer Suite mit bis zum Boden gehenden großen Fenster.

Irgendwie erscheint es mir unvorstellbar, was ich die letzten zwei Wochen erlebt habe. Wenn mir in den 60iger Jahren zu den Zeiten von Mao und einem China nach der Kulturrevolution jemand gesagt hĂ€tte, wie China heute funktioniert und wie es in vielen Punkten die USA ĂŒberholt hĂ€tte, dann hĂ€tte ich diesen fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rt.

Mein Roadmovie geht aber noch ein wenig weiter. Heute in Shanghai angekommen geht es morgen ein wenig durch Shanghai und am Abend  kurz vor 22:00 mit dem Nachtzug nach Peking. Und von dort am Sonntag zurĂŒck nach MĂŒnchen.

Also weiter mit Dingen, die mir in China so aufgefallen sind:

Blick aus unserer Suite im Le MĂ©ridian nach rechts auf Shanghai.

Zuerst war ich ĂŒber das plötzliche Geknalle ĂŒberrascht, das wir immer wieder besonders in den großen und gehobenen Wohnvierteln der chinesischen StĂ€dte gehört haben. Dann wurde mir klar, dass das nichts schlimmes ist, sondern nur private Feuerwerke sind. Die finden zu allen Zeiten statt, morgens, mittags, abends und auch nach Mitternacht.

NatĂŒrlich ist das DurchfĂŒhren eines Feuerwerks wĂ€hrend des Jahres verboten. Aber mit einem Feuerwerk wird halt alles mögliche gefeiert – Geburten, Geburtstage, Jahrestage, auch der Tod eines nahen Angehörigen Und da wird natĂŒrlich ein Auge zugedrĂŒckt, von den Mitbewohnern genauso wie von der Polizei.

Erstaunlich auch die GerĂ€usche, die wir des nachts öfters im Hotel hörten – in einer fĂŒr Deutschland unvorstellbaren LautstĂ€rke. Regt aber auch niemanden auf. Wie auch der Hubschrauber, der immer wieder nachts knapp am Hotel vorbei fliegt.

Verbote allgemein scheinen in China grundsĂ€tzlich nicht ernst genommen zu werden. Im Aufzug der besten Hotels hĂ€ngt natĂŒrlich ein Schild, dass Rauchen verboten ist. Und trotzdem hat bei jeder dritten Fahrt einer der Mitfahrer eine brennende Zigarette in der Hand.

Das merkt man auch im Verkehr. Da wird um jeden Meter gekÀmpft.

Bei der letzten Fahrt vom Sheraton Wetland Park Resort in Hangzhou zum Bahnhof habe ich mir die Daten gemerkt. Zwar war ich nicht in der Lage, die permanenten Spurwechsel zu zĂ€hlen. So ein agiler Taxifahrer wechselt auf einem Kilometer cirka 5o mal ganz extrem die Spuren. Bestimmt alle 20 Meter. Auch die GeschwindigkeitsĂŒberschreitungen und Verletzungen anderer Verkehrsregeln konnte ich nicht mit zĂ€hlen.

Die Nickerchen bei jeder Ampelphase (die sind in China oft erstaunlich lang) war sicher auch nicht vorschriftsmĂ€ĂŸig. Der Fahrer schien schon lĂ€nger unterwegs zu sein.

Aber ich habe mir die Fakten von der Taxi-Anzeige gemerkt. Es waren knapp 13 km, die Fahrt dauerte insgesamt knapp 55 Minuten – und fast 30 Minuten davon stand das Fahrzeug. So ist es in C. Es wird Tempo gemacht. Und dann die Zeit im Stau verloren.

Auch der Zug nach Shanghai war flott unterwegs. Die Geschwindigkeitsanzeige pendelt hĂ€ufig um die 300. Und dann sind wir da, und warten in einer endlosen Taxiwarteschlagen fast so lange wie der Zug fĂŒr die Strecke Hangzhou-Shanghai gebraucht hat.

Aber zurĂŒck zu den Verkehrsregeln und -vorschriften. Ampeln werden nicht sehr ernst genommen. Beim Abbiegen geht es mit Vollgas durch die querenden FußgĂ€nger. Es gilt dann, “rette wer sich kann”. Vorfahrtsregeln werden ersetzt durch die Regel “wer zuerst kommt (und die besseren Nerven hat), der fĂ€hrt zuerst”. Gegenverkehr kommt uns in Autos auf allen Spuren entgegen, dann kĂ€mpft sich die geschobene große Schubkarre in mitten des AutogewĂŒhls auf einer Straße, die z.B. fĂŒr Radfahrer gesperrt ist.

Ähnlich ist es mit dem MĂŒll. Überall Hinweise, dass man keinen Abfall wegwerfen soll. Überall fleißige Menschen, die mit Schaufel und Besen bewaffnet, den MĂŒll einsammeln. Und ĂŒberall Menschen, die die Landschaft krĂ€ftig mit mit MĂŒll versorgen, ob zu Fuß oder aus dem Auto heraus.

Jetzt höre ich auf, damit ich fĂŒr morgen ausgeruht und fit bin. Habe aber noch mehr Besonderheiten zu berichten. Eines weiß ich aber jetzt schon: Abschied nehmen von China tut weh!

RMD

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